IFA 2008: Innovation und Faszination

Kategorie: Ausgabe 2008-02

Elektro-Hausgeräte und Consumer Electronics erstmals gemeinsam auf der IFA

IFA 2008

Seit 1924 ist die IFA – Internationale Funkausstellung – eine der wichtigsten Plattformen für die Unterhaltungselektronik. Neben den traditionell in Berlin präsentierten Fernsehern, DVD-Playern, Stereoanlagen oder Mobiltelefonen haben die Besucher in diesem Jahr darüber hinaus erstmals die Gelegenheit, auch die neuesten und innovativsten Entwicklungen bei Kühlschränken, Kaffeeautomaten, Waschmaschinen oder Mikrowellen zu erleben. Mit der Aufnahme der Elektro-Hausgeräte reagieren die Messeveranstalter, die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) und die Messe Berlin, auf das Konsumverhalten ihres Publikums – Privat- und Fachbesucher. Denn für viele Verbraucher zählen ebenso viele Consumer-Electronics- wie Elektro-Hausgeräte-Produkte zu den wichtigsten elektronischen Geräten. Die Messebesucher haben damit in Berlin die Möglichkeit, Bedienkomfort, Design, Qualität und Lifestyle neuester Technologien in einer einmaligen Dichte zu erleben. So verschieden diese Erlebniswelten und Produktpräsentationen aber auch sein mögen, ein Thema eint Elektro- Hausgeräte und Consumer Electronics: die Energieeffizienzverbesserung im privaten Haushalt. Was intelligente Technologien im Bereich der Consumer Electronics leisten können, zeigt die Entwicklung moderner TV-Systeme. Obwohl die Geräte die meiste Zeit des Tages ausgeschaltet sind, verbrauchten sie in der Vergangenheit sehr viel Energie. Dank der intensiven Bemühungen der Hersteller kommen die neuesten Modelle im Stand-by-Betrieb mit lediglich 0,5 Watt pro Stunde aus. Das sind 90 Prozent weniger als noch vor zwölf Jahren. Im laufenden Betrieb sorgen LED-Hinterleuchtungen von LC-Displays und erhöhte Luminanz-Effizienz von Plasmaschirmen (geringerer Energiebedarf bei gleicher Helligkeit) für effizientere Verbrauchswerte. Zudem ist die Serienreife großer, sparsamer OLED-Displays bereits absehbar. Erste marktreife Versionen und zahlreiche Prototypen werden die Hersteller hierzu auf der IFA präsentieren. Insgesamt konnte dank intelligenter Technologien der Energieverbrauch von LCDGeräten in den letzten vier Jahren über 20 Prozent und der von Plasmageräten sogar um mehr als 35 Prozent gesenkt werden. Diese Potenziale den Verbrauchern zu vermitteln und zu wichtigen Kriterien bei Kaufentscheidungen werden zu lassen, ist eine der großen Herausforderungen für die Hersteller. Orientierungshilfen für die Verbraucher bieten Energielabel wie der etablierte „Energystar“ oder der „Blaue Engel“. Ein einheitliches Logo für Consumer Electronics existiert hingegen noch nicht. Gerade hier lohnt sich ein Blick hinüber zu den Elektro-Hausgeräten, bei denen ein einheitliches Label seit langem für mehr Übersichtlichkeit sorgt. Auch die Hersteller von Elektro-Hausgeräten verfolgen seit vielen Jahren das Ziel, mit modernen Gerätekonzepten höhere Energieeffizienz zu erzielen. So sank von 1997 bis 2007 der Energieverbrauch von Waschmaschinen um 30 Prozent, von Geschirrspülern um 40 Prozent und von Kühlschränken sogar um 45 Prozent. Gerade weil Kühl- und Gefriertruhen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche und 365 Tage im Jahr in Betrieb sind, zahlen sich Neuanschaffungen schnell aus. Moderne A++-Geräte verbrauchen rund 70 Prozent weniger als welche aus dem Jahr 1990. Dennoch sind über 30 Millionen Kaltgeräte in Deutschland über zehn Jahre alt. Bei einem Austausch gegen höchsteffiziente Geräte der Klasse A++ könnten auf Anhieb rund 8,4 Milliarden Kilowattstunden Strom sowie 5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Mit im Schnitt 250.000 Besuchern, Handels- und Unternehmensvertretern aus aller Welt sowie einer breiten medialen Berichterstattung ist die IFA in diesem Jahr die ideale Plattform für innovative und energie-intelligente Produktlösungen. Durch die Hinzunahme der Elektro-Hausgeräte entsteht ein in diesem Maße vorher noch nie da gewesenes Informationsangebot – eine große Herausforderung, aber auch Chance für die Aussteller.

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EnQ Magazin 02/2008

Wohnen im grünen Bereich

Kategorie: Ausgabe 2008-02

Das energie-intelligente Haus

Aufgrund der seit Jahren steigenden Energiekosten wird inzwischen verbreitet von einer „zweiten Miete“ gesprochen. Gleiches gilt für die vielen Eigenheimbesitzer, auch sie stehen immer höheren finanziellen Belastungen gegenüber. Da sich an dieser Situation aufgrund der Entwicklungen auf den internationalen Rohstoffmärkten mittel- und langfristig nichts ändern wird, raten Experten Mietern und Immobilienbesitzern, ihr Verbrauchsverhalten zu ändern. Damit ist aber in erster Linie nicht ein kurzfristiger Verzicht gemeint, sondern vielmehr der Einsatz intelligenter Technologien. Ein kurzes Beispiel zeigt: Ein ungedämmtes Einfamilienhaus aus dem Jahr 1970 mit 150 m² bewohnter Fläche kann allein für die Heizung jährlich 45.000 kWh benötigen. Dies entspricht 4.500 l Heizöl oder 4.500 m³ Erdgas bzw. Kosten von über 3.000 Euro. Ein vergleichbar großes Haus nach energiesparendem KfW-40-Standard benötigt hingegen nur noch 6.000 kWh pro Jahr. Das entspricht einem aktuellen Preis von ca. 400 Euro. Den beträchtlichen Einsparpotenzialen stehen höhere Investitionskosten beim Bau oder bei der Sanierung eines Gebäudes gegenüber. Werden die Zinsen für das eingesetzte Kapital berücksichtigt und wird eine gleichbleibende Entwicklung der Energiekosten zu Grunde gelegt, lässt sich die Amortisationsdauer der ener gieeffizienten Bauweise ermitteln. Ist diese kürzer als die Nutzungsdauer des Gebäudes und der technischen Anlagen, lohnen sich die Ausgaben für den Investor langfristig. Mit dem jüngst eingeführten Energieausweis hat die Bundesregierung ein Instrument geschaffen, das die Effizienzpotenziale einer Wohnung oder eines Hauses besser sichtbar macht. Seit dem 1. Juli 2008 müssen Eigentümer, die ein Gebäude verkaufen oder vermieten möchten, dem Interessenten einen Energieausweis vorlegen können. Der Ausweis macht auf den ersten Blick deutlich, ob die Immobilie einen eher hohen oder niedrigen Energieverbrauch erwarten lässt. Neben der Modernisierung der Heizungsanlage ist eine verbesserte Gebäudedämmung eine äußerst effektive Methode zur Verbesserung der Energieeffizienz. Auch entdecken immer mehr Hausbesitzer die Sonnenenergie zum Heizen oder zur Stromversorgung für sich. Neben den mit dem Energieausweis direkt in Verbindung stehenden baulichen Veränderungen lassen sich darüber hinaus auch mit kleineren Maßnahmen und Verhaltensänderungen beachtliche Erfolge erzielen. Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik, der Beleuchtung oder bei Haushaltsgeräten können moderne Technologien leicht den Energieverbrauch senken. EnQ – Das Magazin stellt die ergiebigsten Maßnahmen vor.

Energiesparhaus

1. Consumer Electronics

Ebenso wie bei den Haushaltsgeräten lohnt sich auch bei Unterhaltungsgeräten wie Fernsehern oder DVD-Rekordern die Anschaffung neuer, energie-intelligenter Geräte. Moderne Fernseher sparen dabei nicht nur Strom, sondern bieten auch eine verbesserte Bildqualität im Gegensatz zu alten Röhrengeräten. Da Fernseher und Co. die meiste Zeit des Tages im Stand-by-Modus sind, kann durch Einsatz moderner Technologien der Energieverbrauch nachhaltig gesenkt werden. Heutige Modelle benötigen lediglich 0,5 Watt pro Stunde, das sind 90 Prozent weniger als noch vor 12 Jahren.

2. Beleuchtung

Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland gehen zu Lasten der künstlichen Beleuchtung. Der überwiegende Teil dieses Verbrauchs basiert noch auf wirtschaftlich und ökologisch ineffizienten Technologien wie der klassischen Glühbirne. Eine moderne Energiesparlampe hingegen verbraucht 80 Prozent weniger Strom und hat eine bis zu 12-mal höhere Lebensdauer als ihr traditionelles Pendant. Über die gesamte Nutzungsdauer spart der Austausch einer einzigen Glühbirne über 160 Euro Energiekosten. Energiesparlampen sind überall da wirtschaftlich, wo sie länger als eine halbe Stunde brennen.

3. Dämmung

Die Außenwände sind mit ca. 30 Prozent maßgeblich an Wärmeverlusten eines Gebäudes beteiligt. Dementsprechend sind Maßnahmen in diesem Bereich besonders wirksam. Von der Glaswolle über Kork bis hin zu Holzfaserplatten – Dämmmaterial gibt es in den unterschiedlichsten Formen und für die verschiedensten Einsatzbereiche. Grundsätzlich ist eine Außenwand von innen und außen dämmbar. Um Wärmebrücken und damit verbundenen Schimmelbefall zu vermeiden, empfiehlt sich die Außendämmung, die idealerweise mit einer anstehenden Fassadensanierung einhergeht. Die Außendämmung sollte im besten Fall 16 Zentimeter dick sein.

4. Fenster

Fenster sollten dicht schließen. Bei lästiger Zugluft oder Pfützen auf dem Fensterbrett ist die Erneuerung dringend anzuraten, da dies sonst hohe Energieverluste mit sich bringt. Auch eine Aufarbeitung der alten Fenster kann sich lohnen. Holz- und Kunststoffrahmen haben dabei die beste Dämmwirkung. Ebenso lassen sich Dichtungen zwischen Rahmen und Flügel meist ohne viel Mühe nachrüsten. Den besten Schutz bieten Dreischeiben-Wärmescheiben- Isolierverglasungen, mit denen der Wärmeverlust gegenüber zweischeibigem Isolierglas mehr als halbiert werden kann. Auch wer richtig lüftet, spart Energie: Regelmäßig alle Fenster kurz zu öffnen ist deutlich wirksamer, als sie dauerhaft gekippt zu lassen.

5. Heizung

Der überwiegende Teil der von uns eingesetzten Energie geht in die Beheizung unserer Wohnungen und Häuser. Das verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern auch eine erhebliche Umweltbelastung. Generell rechnet sich bereits nach 15 Jahren die Erneuerung einer Heizungsanlage. Allein durch die Nutzung der in der Erde gespeicherten Wärme sowie moderner Brennwertkessel kann der Energieverbrauch signifikant gesenkt werden. Insbesondere das Heizen mit Erdwärme wird zukünftig eine immer zentralere Rolle einnehmen. Nutzbar wird diese regenerative Energiequelle durch den Einsatz von Wärmepumpen. Diese bieten eine der sparsamsten und effektivsten Methoden, die Wärmeversorgung von Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhäusern sicherzustellen. Über Wärmetauschersysteme wird der Umwelt Wärme entzogen, die dann auf ein höheres Temperaturniveau gebracht wird. Auf diese Weise erzeugt die Wärmepumpe aus 25 Prozent zugeführter Energie 100 Prozent Heizleistung. Auch die Warmwasseraufbereitung mittels Sonnenenergie findet in Privathaushalten wachsenden Zuspruch. So hat jedes zehnte Einfamilienhaus eine Solaranlage auf dem Dach, 800.000 Hausbesitzer planen laut einer aktuellen Umfrage in den nächsten zwei Jahren die Anschaffung. Dank intelligenter Speichertechnik ist es möglich, die Energie auch in den sonnenarmen Monaten nutzbar zu machen und so energieautarkes Wohnen zu ermöglichen.

6. Haushaltsgeräte

Mit energieeffizienten Haushaltsgeräten können rund 70 Euro pro Jahr an Stromkosten gespart werden. Insbesondere bei Kühl-/ Gefriergeräten verbirgt sich enormes Einsparpotenzial, denn ein hocheffizienter Kühlschrank der Klasse A++ verbraucht bis zu 45 Prozent weniger Strom als ein Gerät der Klasse A. Ein Blick auf das Energielabel lohnt sich also. Auch für andere Hausgeräte wie Waschmaschinen oder Geschirrspüler gilt: Moderne Produkte sind alten Geräten nicht nur unter dem Aspekt des Stromsparens deutlich überlegen, sondern bieten auch mehr Nutzwert und besseren Komfort.

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EnQ Magazin 02/2008

Wenn der Strom nicht einfach nur aus der Steckdose kommen soll

Kategorie: Ausgabe 2008-02

Welche Form der Energiegewinnung ist am günstigsten, welche schützt das Klima?

Das beherrschende Thema der Sommerpause war eindeutig der Anstieg der Energiekosten. Immer wieder erreichten die Ölpreise neue Rekordstände an den Börsen und lösten damit teils heftige Diskussionen über die Energieversorgung in Deutschland aus. Die dabei unter verschiedenen wirtschaftlichen und politischen Gesichtspunkten gestellte Frage war immer die gleiche: Gibt es eine Energiequelle, die das Portemonnaie schont und die Umwelt so wenig wie möglich belastet?

Geht dem Atomstrom die Kohle aus?

Hauptenergieträger ist in Deutschland nach wie vor das Öl, allerdings mit abnehmender Tendenz. Betrug sein Anteil an den Primärenergiequellen vor 40 Jahren noch rund 50 Prozent, so liegt er heute nur noch bei 35 Prozent. Dafür verantwortlich ist in erster Linie die immer geringere Verwendung von Öl bei der Stromerzeugung. Dennoch sind die Preise nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Mobilität und der immer aufwendiger werdenden Förderbedingungen dramatisch gestiegen. Der im Vergleich zu anderen Energieträgern hohe CO2-Ausstoß lässt Öl darüber hinaus zu einer äußerst umweltbelastenden Energiequelle werden. Wesentlich günstiger in Bezug auf Umweltbelastung und Preisentwicklung ist hingegen der Einsatz von Gas. Bisher vor allem für Heizungen genutzt, findet es inzwischen auch verstärkt in der Stromerzeugung Verwendung. Dies kann sich allerdings aufgrund der engen Preiskopplung an das Erdöl schnell ändern. Weitere erschwerende Faktoren liegen in der Tatsache begründet, dass die Gasvorräte ebenso endlich sind wie die Ölquellen. Darüber hinaus verfügt Deutschland kaum über eigene Gasreserven und ist somit auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen. Bei Braun- und Steinkohle, die ein Viertel des deutschen Primärenergiebedarfs abdecken, ist aufgrund der weltweiten Ressourcen in den nächsten 100 Jahren nicht von ähnlichen Engpässen wie bei Gas und Öl auszugehen. Dafür ist bei keiner anderen Energiequelle die Diskrepanz zwischen Kosten und Umweltbelastung so groß wie bei der Verwendung von Kohle. Eine mit Braunkohle produzierte Kilowattstunde kostet lediglich 3 Cent, dem gegenüber stehen aber massive Eingriffe in die Natur beim Abbau der Kohle sowie der enorme CO2-Ausstoß bei der Energieerzeugung. Kohle wird deswegen nur dann einen langfristigen Beitrag zur Energieversorgung leisten können, wenn es den Versorgern gelingt, ihre Bemühungen um CO2-freie Kohlekraftwerke in die Realität umzusetzen. Am heftigsten drehte sich die Diskussion der vergangenen Wochen um die Zukunft der Kernenergie. Dabei war festzustellen, dass die Angst vor der Atomkraft in der Bevölkerung merklich geschwunden ist. Fast jeder zweite Deutsche hält inzwischen den Verzicht auf Kernkraft sogar für falsch. Tatsächlich erzeugen die heute insgesamt 17 am Netz befindlichen Atomanlagen 26 Prozent des Stroms in der Bundesrepublik bzw. 11 Prozent der Primärenergie. Der von der rot-grünen Regierung beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie sieht das schrittweise Herunterfahren der Meiler bis 2022 vor. Angesichts steigender Energiekosten plädieren die Befürworter der Kernenergie für einen Ausstieg vom Ausstieg oder zumindest eine Verlängerung der Laufzeiten. Nicht nur die geringen Produktionskosten von 3 Cent pro Kilowattstunde bei älteren Kraftwerken und 4,8 Cent bei neueren sprächen dafür. Auch die Umweltfreundlichkeit mit praktisch keinen CO2-Emissionen wird als Argument ins Feld geführt. Laut BDI vermeiden deutsche Kernkraftwerke einen jährlichen CO2-Ausstoß von 100 bis 150 Millionen Tonnen. Die Kritiker entgegnen, dass der notwendige Bau neuer Kraftwerke gigantische Summen verschlingen werde und der Preis für eine Kilowattstunde damit nicht auf dem heutigen Niveau zu halten sei. Von der ungeklärten Frage der Endlagerung des Atommülls ganz zu schweigen.

Strom kommt aus der Dose

Wasser auf die Mühlen der regenerativen Energien?

Auf der Seite der regenerativen Energien ist das Wasser mit einem weltweiten Anteil von etwa 16 Prozent an der Stromerzeugung die wichtigste Quelle. Ganz im Gegensatz zur Nutzung in Deutschland, wo Wasser nur einen Anteil von 4,3 Prozent an der Stromerzeugung bzw. 0,5 Prozent an der Primärenergie hält. Die ungleich geringere Verwendung liegt vor allem in den strengen Naturschutzgesetzen begründet. Sie lassen vielerorts kaum Spielraum für den Bau neuer Wasserkraftwerke, und dies obwohl Wasser je nach den Bedingungen eine sehr günstige Energiequelle sein kann und aus Wasserkraft gewonnener Strom absolut umweltfreundlich ist. Im Vergleich zur Braunkohle liegen die anfallenden CO2-Emissionen 28-mal niedriger. Im Gegensatz zur Wasserkraft ist der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung mit mittlerweile 6,4 Prozent signifikant. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Strom aus Wind relativ günstig herzustellen ist. Darüber hinaus fördert die Bundesregierung mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz jede Kilowattstunde mit 9 Cent. Ein unwesentlicher CO2-Ausstoß beschert der Windkraft darüber hinaus ebenso gute Zukunftschancen wie die Möglichkeit, Offshore-Windparks auf offener See zu bauen. Deren Realisierung gestaltet sich allerdings schwieriger als angenommen. Dennoch hält die Bundesregierung an ihrem Ziel fest, bis 2025 15 Prozent des Strombedarfs aus Windenergie zu gewinnen. Trotz der erkennbaren Vorteile der Wasser- und Windkraft ist die populärste erneuerbare Energiequelle nach wie vor die Solartechnologie – und dies obwohl sie unter 1 Prozent an der Stromerzeugung ausmacht. Neben dem positiven Image der Sonnenenergie liegt dies auch daran, dass private Erzeuger mit einer Solaranlage auf dem Dach jede Kilowattstunde für 40 bis 50 Cent verkaufen können. Sonnenenergie ist damit die einzige Energiequelle, die auch Privathaushalte zum Erzeuger machen kann. Um der Solarenergie aus energiepolitischer Sicht bei den hiesigen klimatischen Bedingungen zum Durchbruch zu verhelfen, bedarf es vieler weiterer technologischer Innovationen. Gibt es sie nun, die Energiequelle, die das Portemonnaie schont und die Umwelt so wenig wie möglich belastet? Momentan kann die Antwort nur lauten: Nein, es gibt sie nicht. Es bleibt vielfach eine Entscheidung zwischen Geldbeutel und Umweltschutz. Diese ist allerdings nicht nur mit dem Gewissen zu treffen, sondern basiert auf dem Druck der Notwendigkeiten. Wasser-, Windoder Sonnenenergie sind – bei allem Potenzial – heute nicht in der Lage, ein hochindustrialisiertes Land wie die Bundesrepublik ausreichend zu versorgen. Die Bundesregierung versucht dabei, dem Bürger seine Entscheidung abzunehmen, denn sie will den Energiemix in Deutschland grundlegend umstrukturieren. Nicht nur den Ausstieg aus der Atomenergie, sondern auch die Reduktion aller CO²-ausstoßenden Energieträger hat sie zum Ziel. Bis zum Jahr 2020 will sie den gesamten Primärenergieverbrauch in Deutschland um etwa 40 Prozent senken. Die in diesem Zusammenhang geführten Diskussionen greifen allerdings oftmals zu kurz, denn sie konzentrieren sich fast ausschließlich auf die Erzeugerseite, während Nachfragepotenziale und die damit in Zusammenhang stehenden Effizienzeffekte viel zu oft vernachlässigt werden. Denn wesentlich freier als bei der Auswahl dieser oder jener Energiequelle ist der Abnehmer bei der Entscheidung für eine effiziente Verwendung. Der richtige Einsatz moderner Technologien schont Geldbeutel und Umwelt zugleich.

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EnQ Magazin 02/2008