Wirtschaftlich warmes Wasser

Kategorie: Ausgabe 2009-03

Individuell – bedarfsorientiert – ohne Verluste

Dezentral statt zentral: Weil jede Entnahmestelle ihr spezielles Warmwassergerät erhält, das gezielt darauf abgestimmt ist, wie viel Warmwasser man vor Ort braucht, kann die dezentrale Warmwasserbereitung als besonders wirtschaftliches System gelten. Mit der Konzentration auf Elektro- Durchlauferhitzer lassen sich Wärmeverluste praktisch vollständig vermeiden. Fließend warmes Wasser zu jeder Zeit gehört zum Standard unseres täglichen Lebens. Das Angebot im Markt bietet dabei für jeden Anspruch eine passende Lösung. Während eine zentrale Warmwasserbereitung, die meist an die Heizungsanlage gekoppelt ist, auf größtmöglichen Komfort ausgelegt ist, bietet das System der dezentralen Warmwasserbereitung die Möglichkeit der bedarfsgerechten Lösung. Dabei erhält jede Zapfstelle ein individuelles Warmwassergerät, dessen Leistung gezielt auf die Bedürfnisse des Benutzers abgestimmt und sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter komfortorientierten Gesichtspunkten ausgewählt werden kann. Nahe beieinanderliegende Zapfstellen (z. B. in einem Bad) können dabei zu einer Gruppe zusammengefasst werden und von einem leistungsstarken Gerät versorgt werden.

Der Vergleich verschiedener Warmwassersysteme am Beispiel eines 3-Personen-Haushaltes verdeutlicht den Energievorteil der dezentralen Warmwasserbereitung. Um den jährlichen Warmwasserverbrauch von 30.000 Litern auf eine Temperatur von 45 °C zu erwärmen, werden insgesamt 1.200 Kilowattstunden pro Jahr benötigt. Diese Nutzwärme ist bei allen Systemen gleich. Bei der Verteilung des warmen Wassers von einem zentralen Warmwasserbereiter an entfernte Entnahmestellen entstehen Wärmeverluste, die ein Vielfaches der Nutzwärme betragen können. Bei einer dezentralen Warmwasserbereitung sind diese Energieverluste hingegen sehr gering. Zudem steht warmes Wasser immer und unmittelbar nach Aufdrehen des Warmwasserhahnes zur Verfügung. Entsprechend werden Wasserverluste weitgehend vermieden. Bei Wasserleitungen von ca. 15 Metern gehen bereits über fünf Liter kostbares Trinkwasser verloren. Für den umweltbewussten Verbraucher kann daher die dezentrale Warmwasserbereitung eine moderne Lösung sein. Strom als zukunftssichere, komfortable und insgesamt umweltschonende Energieart ermöglicht dem Verbraucher die Auswahl aus einem besonders großen Geräteangebot. Der Markt bietet für jeden Anwendungsfall eine passende Lösung an. Nach wie vor haben mit 60 Prozent Marktanteil Speicher die Oberhand beim bundesdeutschen Geräteeinkauf. Der Absatz von Durchlauferhitzern steigt jedoch stetig an, und das aus vielen guten Gründen:

Keine Wärmeverluste

Der vollelektronische Durchlauferhitzer verbindet energiesparende
Technik mit hohem Komfort. Ein Tastendruck genügt und das Wasser hat die richtige Temperatur. Foto: CLAGE

Durchlauferhitzer erhitzen das Wasser unmittelbar während des Durchströmens, so dass Wärmeverluste gar nicht erst auftreten. Dies geschieht für den Nutzer selbstverständlich automatisch: Warmwasserhahn öffnen und das warme Wasser fließt. Strom wird nur während der Warmwasserentnahme verbraucht. Bei sinnvoller Installation in unmittelbarer Nähe der Entnahmestellen steht das warme Wasser unmittelbar zur Verfügung. Trinkwasser und Zeitverluste gibt es nicht. Technisch unterscheidet man zwischen den herkömmlichen „hydraulisch gesteuerten“ und den modernen „elektronisch geregelten“ Durchlauferhitzern. Hydraulische Durchlauferhitzer schalten bei Überschreiten eines erforderlichen Wasserfließdruckes immer die volle bzw. die per Schalter auf einen Teil begrenzte Heizleistung ein. Bei Wasserdruckschwankungen kommt es zwangsläufig zu Temperaturschwankungen, die z. B. beim Duschen zu nicht gewollten „Wechselduschen“ führen. Besser agieren die elektronischen Durchlauferhitzer, die mit neuester Mikroprozessor-Technologie ausgestattet sind. In Abhängigkeit von Sollwert, Durchflussmenge und Zulauftemperatur regelt die Elektronik ständig die Heizleistung, um die Auslauftemperatur unter allen Bedingungen konstant zu halten. Druckschwankungen im Wassernetz und wechselnde Einlauftemperaturen werden automatisch und unmittelbar ausgeglichen. Der Nutzer gibt an einem übersichtlichen Display seine Wunschtemperatur ein, den Rest übernimmt der Durchlauferhitzer.

Bedarfsgerechte Wassererwärmung

Das Wasser wird in vielen Haushalten von Speichern auf hohe Temperaturen über 65 °C erhitzt. Tatsächlich wird warmes Wasser jedoch nur in wesentlich niedrigeren Nutztemperaturen verwendet. Diese Nutztemperaturen sind von Zapfstelle zu Zapfstelle unterschiedlich. Deshalb ist es effizienter, das Wasser mit elektronischen Durchlauferhitzern nur auf die Temperatur zu erhitzen, die an der jeweiligen Zapfstelle benötigt wird.

Nach wie vor hält sich die landläufige Meinung, dass im Haushalt Nutztemperaturen von 60 °C und mehr notwendig seien. Bei zentralen Speichern mag das notwendig sein, um maximalen Komfort durch hohe Mischwassermengen zu ermöglichen. Das heiße Wasser wird dann an der Entnahmearmatur wieder auf ein erträgliches Maß heruntergemischt. Nicht selten schreckt man dann an unangenehm heißem Wasser zurück und muss erst eine Weile die richtige Temperatur einmischen. Moderne Armaturen und Handbrausen sind übrigens häufig mit Durchflussmengenbegrenzern ausgestattet, die den Wasserdurchfluss sparsam reduzieren und trotzdem einen angenehmen Wasserstrahl bieten. Dann kommt die hohe Mischwassermenge ohnehin nicht zur Geltung. Betrachtet man also den Nutzbedarf genauer, stellt man fest, dass zum Waschen und Duschen eine Warmwassermenge von acht bis zehn Litern pro Minute in einer Temperatur von etwa 38 °C genau richtig ist. Also warum erst auf 60 °C aufheizen, um dann die Energie wieder beim Heruntermischen auf 38 °C zu vernichten? Der umweltbewusste Nutzer wählt daher seine Lieblingstemperatur am Durchlauferhitzer und öffnet nur noch den rotmarkierten Warmwasserhahn, um sofort das richtig temperierte Wasser zu genießen. Programmtasten und Digitalanzeige erleichtern die gradgenaue Eingabe, die selbstverständlich individuell vorzunehmen ist. Es ist darauf hinzuweisen, dass keinesfalls vor jedem Gebrauch das Tastenbedienfeld benutzt werden muss. Einmal individuell eingestellt, verrichtet der Durchlauferhitzer immer automatisch seinen Dienst, kann aber jederzeit im Sollwert verändert werden. Da Durchlauferhitzer kein Wasser bevorraten müssen, fallen die Geräteabmessungen sehr gering aus. Zudem haben die Hersteller viel investiert, um das Design attraktiv zu gestalten. Die Geräte können aber auch z. B. in einem Badmöbel versteckt installiert werden oder zwei nebeneinanderliegende Räume versorgen. Dann ermöglichen Fernbedienungsmodule die Einstellung des Durchlauferhitzers direkt an der Zapfstelle. Einige elektronische Durchlauferhitzer eignen sich sogar zur Nacherwärmung innerhalb von Solaranlagen – das Optimum in Sachen umweltfreundliche Warmwasserbereitung. Bis zu 65 Prozent des Warmwasserbedarfes können in der Praxis von richtig dimensionierten Solaranlagen bereitgestellt werden. Der Nachheizenergiebedarf durch den Durchlauferhitzer ist entsprechend niedrig. Die Wassertemperatur wird, falls überhaupt erforderlich, nur um die geringe Differenz zwischen der höheren Einlauf- und der gewünschten Auslauftemperatur erwärmt. Individuelle Durchlauferhitzer für Küchenspüle und Gäste-WC Neben der Badversorgung sind Küchenspüle und Gäste-WC die weiteren Zapfstellen im Haushalt, die mit einem individuellen Durchlauferhitzer ausgestattet werden können. Auch hier zahlen sich die Vorteile des Durchlauferhitzer-Prinzips aus: Die kleine Bauform stört nicht die Optik des meist kleinen Handwaschbeckens im Gäste-WC oder lässt ausreichend Stauraum frei unter der Küchenspüle für die heutzutage üblichen Mülltrennungssysteme. Die Durchlauferhitzer sind immer bereit, warmes Wasser auf Anforderung zu liefern – egal wie lange. Sie verbrauchen aber nur die Energie, die für die Nutzmenge erforderlich ist. Wärmeverluste treten somit praktisch nicht auf. Daher und wegen der mit unter 1.000 Euro geringen Anlagekosten für die drei möglichen Durchlauferhitzer in einem Haushalt ist die dezentrale Warmwasserbereitung im Vergleich zu anderen Systemlösungen sehr günstig. Wichtig ist die richtige Dimensionierung der Durchlauferhitzer. Grundsätzlich gilt: je höher die Anschlussleistung, desto größer ist die Durchflussmenge warmen Wassers. Zur Versorgung eines Handwaschbeckens genügt bereits ein steckerfertiges 3,5-kW-Gerät. Für die Küchenspüle mit einem normalen Bedarf von fünf Litern pro Minute in 45 °C ist eine Anschlussleistung von 13 kW die ideale Wahl. Im Bad dagegen sollte die maximale Heizleistung von 24 kW oder 27 kW/400 V gewählt werden. In jedem Fall sind die Betriebskosten so gering wie eben möglich, denn nur die wirklich benötigte Nutzenergie muss bezahlt werden – Wärmeverluste und damit Energieverluste werden vermieden.

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EnQ Magazin 03/2008

Die Steigerung der Energieeffizienz ist der Schlüssel zum Klimaschutz

Kategorie: Ausgabe 2009-02

Die Parteien und ihre Positionen zur Reduzierung des Energieverbrauchs

Mit energie-intelligenten Produkten, Lösungen und Systemen hat die Elektroindustrie zentrale Hebel für den Klimaschutz. Energieeffizienz ist neben der Weiterentwicklung erneuerbarer Energien und der dezentralen Energieerzeugung das wichtigste Element, um die Erwärmung der Erdatmosphäre zu begrenzen. Mit Hightechprodukten ist dies sogar ohne Komforteinbußen möglich. Die Instrumente dazu hat die Elektroindustrie, sie sind bereits heute auf dem Markt verfügbar.

Dass sie nicht bereits in größerem Umfang eingesetzt werden, liegt an vielerlei Hemmnissen. Zum einen fehlen Informationen, insbesondere aber konkrete Anreize, zum Beispiel für die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte oder Elektromotoren, bei denen meist nur auf die Anschaffungs- statt auf die Lebenszykluskosten inklusive des Energieverbrauchs geschaut wird. Bei der Elektromobilität fehlt es an einer ausreichenden Begleitung der Markteinführung durch den Staat (die US-Regierung gibt zwei Milliarden Dollar nur für die Batterie-Forschung plus Steuergutschrift für die Errichtung von Fertigungsstätten aus).

Die Hauptstadtrepräsentanz des ZVEI hat deshalb bei den Parteien in Berlin nachgefragt, welche Ziele sie sich bei der Energieeffizienz setzen und welche Rolle die Industrie, passiv wie aktiv, dabei spielen soll.

Geantwortet haben für die Union CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, für die SPD Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, für die FDP Generalsekretär Dirk Niebel, für die Grünen deren Spitzenkandidatin Renate Künast und für die Linkspartei deren stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gesine Lötzsch. Der Rang der Autoren zeigt, wie wichtig die Parteien die Energieeffizienz nehmen. Es zeigt auch, wie sehr ihnen bewusst ist, dass die Elektroindustrie der herausragende Partner dabei ist.

Reichstag Berlin

Ronald Pofalla, CDU

Die effiziente Nutzung von Energie ist ein zentrales Element unserer Energiepolitik – neben der Förderung erneuerbarer Energien und einem breiten Energiemix insgesamt. Denn eine effiziente Nutzung von Energie vermindert den CO2-Ausstoß und damit die Umweltbelastung. Sie steigert die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland, entlastet Verbraucher und reduziert den Bedarf an importierten Energieträgern. Die CDU will daher bis 2020 eine Verdopplung der Energieeffizienz im Verhältnis zum Jahr 1990 erreichen. Für uns ist dabei klar, dass wir den schonenden Umgang mit Ressourcen und den Klimaschutz gemeinsam mit der Industrie vorantreiben. Nur so können wir zu einer ausgewogenen Balance zwischen Ökonomie und Ökologie gelangen. Um die ehrgeizigen Ziele zu realisieren, setzt die CDU daher auf gezielte marktwirtschaftliche Anreize. Wir müssen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen ressourceneffizient wirtschaften und Verbraucher auf Energieeffizienz Wert legen. Gemeinsam mit der Wirtschaft wollen wir ein „Aktionsbündnis Energieeffizienz“ anstoßen, das allgemeine Informations- und Aufklärungskampagnen, Beratungen über Stromsparmöglichkeiten sowie die Einführung individueller Stromtarife umfasst. Zudem wird die CDU eine „Effizienzstrategie Mittelstand“ ins Leben rufen, die auf eine verbesserte Aufklärung zielt sowie zinsverbilligte Darlehen und Zuschüsse für Energieeffizienzmaßnahmen bereitstellt. Zwangsmaßnahmen wie verpflichtende Energiemanagementsysteme lehnen wir ab. Daneben müssen die Verbraucher durch eine klare Kennzeichnung des Energieverbrauchs ihrer Geräte und transparente Stromzähler gestärkt werden. Umwelttechnik und damit auch die Energieeffizienz ist einer der Wachstumsmärkte des 21. Jahrhunderts. Die CDU will diesen Bereich unterstützen und damit Wohlstand in Deutschland sichern. Mit dieser Politik schaffen wir zum einen neue Potenziale für unseren Export und Arbeitsplätze und leisten zum anderen unseren Beitrag zum Klimaschutz weltweit.

Sigmar Gabriel, SPD

Die Steigerung der Energieeffizienz ist der Schlüssel zum Klimaschutz – und bietet gerade deutschen Unternehmen große ökonomische Chancen. Nach einer Studie von Roland Berger wird sich das Weltmarktvolumen im Bereich Energieeffizienz von 540 Milliarden Euro bis 2020 fast verdoppeln. Schon heute nehmen deutsche Unternehmen technologische Spitzenpositionen ein und bedienen ein Fünftel des Weltmarktes. Mit unserer ökologischen Industriepolitik wollen wir dafür sorgen, dass das Klima geschützt wird, Verbraucher und Unternehmen bei den Energiekosten entlastet und neue Märkte für deutsche Firmen erschlossen werden. Wir brauchen eine Energiesparoffensive. Wir werden ein Hocheffizienz- Gesetz einführen, mit dem Ziel, elf Prozent des jetzigen Strombedarfs bis 2020 einzusparen. Wir werden die Anforderungen der Energieeinsparverordnung für Neubauten um 30 Prozent anheben und wir werden den bedarfsorientierten Energieausweis für alle Gebäude verpflichtend einführen. Wir werden die Sanierungsrate von Gebäuden auf zwei bis drei Prozent pro Jahr erhöhen und dazu die Zuschüsse aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm auf jährlich 2 Milliarden Euro aufstocken. Wir werden die Energiesteuerprivilegien für das produzierende Gewerbe an die Einführung von Energiemanagementsystemen knüpfen. Bis 2020 wollen wir die Energieproduktivität gegenüber 1990 verdoppeln. Wir werden ein Klimaschutz-Investitions-Gesetz einführen, das klare und verlässliche Anreize im Steuerrecht für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien schafft. Die Einnahmen aus der Versteigerung der Emissionszertifikate werden wir für Klima- und Umweltschutzmaßnahmen nutzen. Wir werden den Gebäudebestand im Falle ohnehin fälliger Sanierungsmaßnahmen in die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien einbeziehen und den Einsatz erneuerbarer Energien gleichzeitig finanziell weiter fördern.

Dirk Niebel, FDP

Die FDP will Energieeffizienz als Bestandteil der Klimaschutzpolitik zu einem Wettbewerbsmotor machen. Eine gut konzipierte Klimaschutzpolitik, die frühzeitig energie- und klimaeffizientes Verhalten aller Akteure belohnt, ist eine vernünftige Wirtschaftspolitik. Zentrale Klimaschutzstrategien sind mehr Energieeffizienz und Energiesparen, um den Energiebedarf zu drosseln. Die größten Potenziale zur Energieeinsparung liegen in der Wärmedämmung des Gebäudebestands, in energieoptimierten technischen Produkten und in einem energiebewussten Verhalten jedes Einzelnen. Die FDP will keine überzogenen Produktregulierungen wie das Glühbirnenverbot. Vielmehr wollen wir eine ökologische Konsumentenverantwortung, das heißt eine bewusste Entscheidung des Einzelnen aufgrund transparenter Verbraucherinformationen. Der Verbraucher ist grundsätzlich zum Energiesparen bereit. Die Hersteller energiebetriebener Produkte sollten daher dem Verbraucher alle nötigen Informationen über den Energieverbrauch geben. Stromnetze mit intelligenter Technik können es den Energiekunden ermöglichen, sich über den aktuellen Stromverbrauch und den Einfluss einzelner Haushaltsgeräte zu informieren, und setzen zusätzliche Anreize für die Nachfrage nach energieeffizienten Produkten. Darüber hinaus brauchen wir eine Deutsche Stiftung Energieforschung, die die Forschung an innovativen Energietechnologien voranbringt. Deutsche Ingenieure sind weltweit führend im Entwickeln von Energiespartechnologien. Die FDP will diese Position sichern und ausbauen.

Renate Künast, Die Grünen

Der Klimawandel beschleunigt sich, der Strompreis steigt. Trotzdem verbrauchen die Deutschen immer mehr Strom – plus zwölf Prozent seit 1995. Das ist gefährlich fürs Klima, teuer für die Verbraucher und teuer für die Unternehmen. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird immer stärker davon abhängen, ob es gelingt, durch energieeffiziente Produktionslinien die Energiekosten im Griff zu behalten. Wir von Bündnis 90/Die Grünen wollen den Energieverbrauch in Deutschland bis 2020 um 16 Prozent senken. Im verarbeitenden Gewerbe könnte mit heutiger Technologie bereits die Hälfte des Stroms eingespart werden. Das zeigt, wie viel Potenzial in der Entwicklung und Herstellung energieeffizienter Anlagen und Geräte liegt. Die Wirtschaft muss dieses Potenzial nutzen. Der Blaumann muss grün werden – für Wettbewerbsfähigkeit, für Jobs von morgen und für das Klima. Die Industrie ist doppelt gefragt: Erstens muss sie selbst möglichst energiesparend produzieren. Zweitens muss sie Verbraucher und Unternehmen mit innovativen technischen Lösungen beim Energiesparen unterstützen. Im Moment nutzen wir Energie äußerst ineffizient: Nur drei Prozent der Energie einer Glühbirne wird Licht, ein Verbrennungsmotor setzt nur 25 Prozent der Energie in den Antrieb um. Die Politik muss dem Markt entsprechende Ziele vorgeben. Wir Grünen setzen auf einen dynamischen Effizienzstandard, bei dem das sparsamste Gerät die Messlatte vorgibt. Japan feiert mit diesem Top-Runner-Ansatz gute Erfolge. Außerdem wollen wir eine kundenfreundliche Energieverbrauchskennzeichnung und strenge Vorgaben für den maximalen Energieverbrauch. Nur wer Ökologie und Ökonomie zusammendenkt, ist morgen vorne.

Gesine Lötzsch, Linkspartei

Ein klügerer Umgang mit Strom und Wärme ist ein zentraler Baustein der Energiewende hin zu einer regenerativen Vollversorgung. Derzeit geht die Energieeffizienz jedoch vor allem in der Industrie zurück. Neben gezielten Förderprogrammen zur Verbesserung industrieller Energiestandards ist es künftig erforderlich, Vergünstigungen bei energiebezogenen Steuern und Abgaben nur noch gegen nachgewiesene Verbesserungen bei der Energieeffizienz zu gewähren. Zur Verbesserung der Energieeffizienz fordert DIE LINKE zudem die Einführung eines Energiesparfonds. Ausgestattet mit 2,5 Milliarden Euro jährlich soll dieser Effizienzprogramme für private Haushalte, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen umfassen. Spezielle Förderprogramme wenden sich an einkommensschwache Haushalte, um ihnen den Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte zu ermöglichen. Daneben ist es erforderlich, den Standby-Verbrauch durch verbindliche technische Standards einzudämmen. Um nachvollziehbare Informationen über den energetischen Verbrauch von Geräten zu erhalten, muss die Verbrauchskennzeichnung auf alle Gerätegruppen ausgeweitet werden. Im Gebäudesektor ist eine Senkung des durchschnittlichen Wärmeverbrauchs aller Gebäude von derzeit 165 Kilowattstunden pro Quadratmeter jährlich auf 70 Kilowattstunden im Jahr 2030 erreichbar. Das ist mehr als eine Halbierung. Unter dem Strich ergeben sich aus einer konsequenten Durchsetzung von mehr Energieeffizienz gerade für die Elektroindustrie enorme Wettbewerbsvorteile und Beschäftigungspotenziale. Sie sollte deshalb mit technischen Produkten und Dienstleistungen für eine kluge Energienutzung vorangehen.


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EnQ Magazin 02/2009

Die Glühlampe geht – und macht Platz für strom- und geldsparende Alternativen

Kategorie: 2009

Ministerien, Verbände und Hersteller informieren mit Infoflyern zum Beginn des Ausstiegs zum 1. September 2009

Frankfurt am Main, 21. August 2009 – Zum 1. September 2009 greift die erste Stufe der EU-Verordnung, die dafür sorgt, dass ineffiziente Glühlampen bis 2012 schrittweise vom Markt verschwinden. Für die Verbraucher und den Handel wurden gemeinsam von den beteiligten Ministerien, Industrie- Handels-, Handwerks-, Umwelt- und Verbraucherverbänden sowie den Herstellern Informationsfaltblätter erstellt, die Details des Ausstiegsplans, die Vorteile sowie das Angebot an alternativen Beleuchtungsmitteln enthalten. Diese können ab sofort unter www.licht.de sowie auf den Seiten der beteiligten Akteure abgerufen werden.

Der Abschied von der Glühlampe soll dazu beitragen, mittels der Umstellung auf energieeffiziente Produkte die Effizienz- und Klimaziele der EU zu erreichen. Der Stufenplan sieht vor, dass ab dem

1. September 2009 mattierte Lampen die Energieeffizienzklasse A aufweisen müssen. Dies bedeutet, dass mattierte konventionelle Glüh- sowie Halogenlampen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Vor dem Stichtag in den Handel gebrachte Lampen dürfen weiter verkauft werden, Lampen in Gebrauch müssen nicht ausgetauscht werden. Für klare Standard-Glühlampen gilt: Lampen über 75 Watt müssen die Effizienzklasse C erreichen, für die übrigen gilt die Mindestenergieeffizienzklasse E.

Der Handel hält eine Vielzahl von Alternativen zur klassischen Glühlampe bereit. Als “Energiesparlampen” bekannte Kompaktleuchtstofflampen und energieeffiziente Halogenlampen sind bereits in einer Vielzahl von Formen, Farben und Helligkeiten sowie für verschiedene Fassungen erhältlich. Daneben entwickeln die Hersteller LED-Lampen, die zur Zeit bereits als Alternative für Glühlampen niedriger Leistung verfügbar sind.

Mit diesen Alternativen können bis zu 75 Prozent der Stromkosten für die Beleuchtung eingespart werden. Denn die Glühlampe wandelt nur fünf Prozent des Stroms in Licht um, der Rest verpufft als Wärme. Auch bei wichtigen Umweltaspekten schneidet die Kompaktleuchtstofflampe besser ab als die Glühlampe. Durch den geringeren Stromverbrauch dieser Lampen verringern sich die CO2-Emissionen. Zwar enthalten Kompaktleuchtstofflampen notwendigerweise geringe Mengen von Quecksilber, doch auch bei der Stromproduktion entsteht Quecksilber, so dass weniger Stromverbrauch insgesamt auch weniger Quecksilber bedeutet.

Die Flyer geben auch Tipps zur Entsorgung: Kompaktleuchtstofflampen dürfen nicht in den Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen beim Wertstoffhof oder Schadstoffmobil abgegeben werden. Weiter erhalten die Verbraucher Hinweise, worauf beim Kauf von Energiesparlampen zu achten ist sowie eine Liste mit Links für weiterführende Informationen.

Beteiligte Behörden, Unternehmen, Verbände:

BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Bundesverband des Elektro-Großhandels (VEG)
BVT – Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V. (BVT)
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Deutsche Umwelthilfe e.V.
Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE)
Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH
Umweltbundesamt
Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)
Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)
ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie

Ansprechpartner für die Presse: F. Rainer Bechtold, Fon 069 6302-255

Die Glühlampe geht – und macht Platz für strom- und geldsparende Alternativen

Elektroindustrie unterstützt neue EU-Verordnung zu energiesparenden Elektromotoren und intelligenten Antrieben

Kategorie: 2009

Frankfurt am Main, 19. August 2009 – Durch den intelligenten Einsatz elektrischer Antriebstechnik lassen sich in Industrie, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen enorme Energieeinsparungen erzielen. Würden alle in Deutschland installierten Antriebe mit Energie­sparmotoren und dort wo sinnvoll mit elektronischen Antriebsregelungen ausgerüstet, ergäbe sich eine Stromeinsparung von 38 TWh (38 Milliarden Kilowattstunden) pro Jahr, bekräftigt der ZVEI anlässlich der Verabschiedung der neuen EUP-Verordnung durch das Europäische Parlament. Das entspricht etwa zehn Prozent des Stromverbrauchs oder der Stromerzeugung von 16 Kraftwerksblöcken der 400 Megawatt­klasse. Die jährliche Stromrechnung würde bei zehn Cent je KWh um 3,8 Milliarden Euro verringert.

Die Belastung der Umwelt würde nach aktuellem Kraftwerksmix um jährlich 23 Millionen Tonnen CO2 vermindert. Auf Europa hochgerechnet schätzt die Europäische Kommission das Einsparpotenzial auf 135 TWh. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, hat die Kommission im Rahmen der EUP-Richtlinie die Verordnung über energieeffiziente Drehstrom-Normmotoren und elektrische Antriebe erlassen. “Die deutschen und europäischen Motoren- und Antriebshersteller begrüßen diese Entscheidung. Sie gibt sowohl den Herstellern als auch den Anwendern Planungssicherheit” sagt Günter Baumüller, Vorsitzender des Fach­bereichs Elektrische Antriebe im ZVEI. Weltweit sei die neue Verordnung wegweisend, da sie erstmals auch intelligente Antriebssysteme, das heißt Elektromotoren mit elektronischer Drehzahlregelung, einschließe.

Die neue Regelung sieht vor, dass ab 16. Juni 2011 in Europa Drehstrom- Normmotoren der Größen 0,75 bis 375 KW nur noch in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie mindestens der international genormten Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen. Solche Norm­motoren treiben u.a. Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Aufzüge, Rolltreppen und Transportbänder an. Wenn alle Antriebssysteme in Deutschland mit Energiesparmotoren der neuen Generation ausgerüstet wären, würde das zu einer Energieeinsparung von rund 14 TWh führen.

Antriebssysteme mit elektronischer Drehzahlregelung werden von der neuen Verordnung ab Januar 2015 adressiert. Ab diesem Datum verkaufte IE2 Motoren dürfen nur noch mit elektronischer Drehzahlregelung eingesetzt werden. Alternativ ist dann der Einsatz von Motoren möglich, die mindestens der Effizienzklasse IE3 entsprechen. Diese sind heute noch nicht in der Breite verfügbar. Technisch und wirtschaftlich wäre es nach ZVEI-Untersuchungen sinnvoll, mindestens jeden zweiten Motor mit elektronischer Drehzahlregelung auszustatten. Das würde zu einer weiteren Energieeinsparung von 24 TWh führen.

Allein in Deutschland laufen heute etwa 35 Millionen alte Drehstrom­motoren. Auch wenn sich die Anschaffungskosten je nach Anwendung in weniger als einem bis zu einigen Jahren durch die eingesparten Stromkosten rechnen, liegt die derzeitige Modernisierungs- bzw. Austauschrate bei drei bis vier Prozent pro Jahr. Es würden also über 20 Jahre vergehen, bis der Altbestand durch energiesparende neue Techniken ersetzt worden ist. Bereits heute werden Energiespar­beratungen für KMU über die KfW gefördert. “Die umweltpolitisch gewollte Beschleunigung der Modernisierung des riesigen Altbestandes erfordert aber eine stärkere politische Flankierung”, fordert Baumüller.

Ansprechpartner für die Presse: F. Rainer Bechtold, Fon 069 6302-255

Elektroindustrie unterstützt neue EU-Verordnung zu energiesparenden Elektromotoren und intelligenten Antrieben

ACHEMA 2009

Kategorie: 2009

Frankfurt am Main, 11. Mai 2009
Der Einsatz moderner Prozessautomatisierung kann den Prozessindustrien in Deutschland helfen, zusätzlich vier Milliarden Euro jährlich an Energiekosten in ihren Produktionsanlagen einzusparen. In den Anlagen der deutschen Prozessindustrien, wie zum Beispiel der Chemieindustrie, liegt ein durchschnittliches Energie-Einsparpotenzial von zehn bis 15 Prozent. Bei einzelnen Anwendungen können es bis zu 70 Prozent sein. Insgesamt kann die Prozessautomation helfen, in Deutschland circa 50 Milliarden Kilowattstunden Strom und Primärenergie einzusparen, entsprechend mindestens 20 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr. Das sind elf Prozent der CO2-Emissionen des industriellen Sektors. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung, die auf der Achema 2009 vorgestellt wird.

ACHEMA 2009

Berliner Energietage zeigen Wege zur Energieeinsparung in Gebäuden

Kategorie: 2009

Frankfurt am Main, 30. April 2009
In Gebäuden kann erheblich Energie eingespart werden. Wie dies möglich ist, wird auf den 10. Berliner Energietagen am 6. Mai illustriert. Dazu lädt der ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ein unter dem Titel “Wo und wie spart die Gebäudeautomation Energie?”. Experten aus Wirtschaft, Politik und Verbänden stehen Rede und Antwort. Unternehmen der Elektronikbranche zeigen Innovationen, unter anderem für eine bessere Übersicht über den Energieverbrauch mit Hilfe Intelligenter Zähler (sogenannter SMART Meter) und bei der Verbindung zur Gebäudesystemtechnik, mit deren Hilfe Energieverschwendung vermieden werden kann. Weiterer Schwerpunkt sind moderne, automatisch gesteuerte Beleuchtungsanlagen, die weniger Energie verbrauchen und zugleich mehr Lichtkomfort bieten.

Energieeinsparung in Gebäuden

ZVEI: Kauf von sparsamen Hausgeräten lohnt doppelt

Kategorie: 2009

Frankfurt am Main, 23. April 2009
Mit einer ganzen Reihe an Maßnahmen wird die Europäische Union den Energieverbrauch von verschiedenen elektrotechnischen Produkten in den nächsten Jahren drücken, dazu gehören unter anderem Hausgeräte, Unterhaltungselektronik und Beleuchtung. Der ZVEI begrüßt diese Initiative, weist jedoch darauf hin, dass hochwertige Hausgeräte
aus Deutschland schon heute deutlich energieeffizienter sind als es die neuen EU-Normen fordern. Für die Hausgerätebranche sei das Thema Energieeffizienz schon lange im Fokus von Neuentwicklungen.

Kauf von sparsamen Hausgeräten lohnt doppelt

Moderne Prozessautomatisierung spart durchschnittlich zehn bis 15 Prozent Energie

Kategorie: 2009

Frankfurt am Main, 21. April 2009
In den Produktionsanlagen der Prozessindustrien liegt ein durchschnittliches Energie-Einsparpotenzial von zehn bis 15 Prozent. Bei einzelnen Anwendungen können es bis zu 70 Prozent sein. Insgesamt kann die Prozessautomation helfen, in Deutschland circa 50 Mrd. Kilowattstunden Strom und Primärenergie einzusparen, entsprechend mindestens 20 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr. Damit kann sie einen Beitrag von 17 Prozent zu dem CO2-Restminderungssziel für Deutschland leisten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung.

Prozessautomatisierung spart Energie

Neue Weltnorm für Energiesparmotoren – effiziente Antriebe bremsen Energiekosten

Kategorie: 2009

Frankfurt am Main, 21. April 2009
Auf der Hannover Messe 2009 stellen die deutschen Hersteller erstmals ihr Elektromotorenprogramm nach der neuen, international harmonisierten Wirkungsgradnorm IEC
60034-30 vor. Diese Norm wurde unter deutscher Federführung im International Electrotechnical Committee IEC erstellt und gerade veröffentlicht. Hintergrund war die weltweite Harmonisierung von Energiesparmotoren, um den freien Warenverkehr zu gewährleisten und den Wildwuchs an nationalen Bestimmungen zu bremsen. Der ZVEI -
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. hat die Norm initiiert und dabei die Sprecherfunktion der europäischen Motorenhersteller übernommen und deren Interessen gebündelt. Die Drehstrommotoren werden künftig weltweit in drei Klassen unterteilt. IE 1 steht für Standardwirkungsgrad, IE 2 für gehobenen Wirkungsgrad
und IE 3 für Premiumwirkungsgrad. Mit dem Wirkungsgrad wird die Effizienz von Elektromotoren bei der Umwandlung von elektrischer in mechanische Energie beschrieben.

Neue Weltnorm für Energiesparmotoren

Einsparpotentiale kompakt

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