Individuell – bedarfsorientiert – ohne Verluste
Dezentral statt zentral: Weil jede Entnahmestelle ihr spezielles Warmwassergerät erhält, das gezielt darauf abgestimmt ist, wie viel Warmwasser man vor Ort braucht, kann die dezentrale Warmwasserbereitung als besonders wirtschaftliches System gelten. Mit der Konzentration auf Elektro- Durchlauferhitzer lassen sich Wärmeverluste praktisch vollständig vermeiden. Fließend warmes Wasser zu jeder Zeit gehört zum Standard unseres täglichen Lebens. Das Angebot im Markt bietet dabei für jeden Anspruch eine passende Lösung. Während eine zentrale Warmwasserbereitung, die meist an die Heizungsanlage gekoppelt ist, auf größtmöglichen Komfort ausgelegt ist, bietet das System der dezentralen Warmwasserbereitung die Möglichkeit der bedarfsgerechten Lösung. Dabei erhält jede Zapfstelle ein individuelles Warmwassergerät, dessen Leistung gezielt auf die Bedürfnisse des Benutzers abgestimmt und sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter komfortorientierten Gesichtspunkten ausgewählt werden kann. Nahe beieinanderliegende Zapfstellen (z. B. in einem Bad) können dabei zu einer Gruppe zusammengefasst werden und von einem leistungsstarken Gerät versorgt werden.
Der Vergleich verschiedener Warmwassersysteme am Beispiel eines 3-Personen-Haushaltes verdeutlicht den Energievorteil der dezentralen Warmwasserbereitung. Um den jährlichen Warmwasserverbrauch von 30.000 Litern auf eine Temperatur von 45 °C zu erwärmen, werden insgesamt 1.200 Kilowattstunden pro Jahr benötigt. Diese Nutzwärme ist bei allen Systemen gleich. Bei der Verteilung des warmen Wassers von einem zentralen Warmwasserbereiter an entfernte Entnahmestellen entstehen Wärmeverluste, die ein Vielfaches der Nutzwärme betragen können. Bei einer dezentralen Warmwasserbereitung sind diese Energieverluste hingegen sehr gering. Zudem steht warmes Wasser immer und unmittelbar nach Aufdrehen des Warmwasserhahnes zur Verfügung. Entsprechend werden Wasserverluste weitgehend vermieden. Bei Wasserleitungen von ca. 15 Metern gehen bereits über fünf Liter kostbares Trinkwasser verloren. Für den umweltbewussten Verbraucher kann daher die dezentrale Warmwasserbereitung eine moderne Lösung sein. Strom als zukunftssichere, komfortable und insgesamt umweltschonende Energieart ermöglicht dem Verbraucher die Auswahl aus einem besonders großen Geräteangebot. Der Markt bietet für jeden Anwendungsfall eine passende Lösung an. Nach wie vor haben mit 60 Prozent Marktanteil Speicher die Oberhand beim bundesdeutschen Geräteeinkauf. Der Absatz von Durchlauferhitzern steigt jedoch stetig an, und das aus vielen guten Gründen:
Keine Wärmeverluste
Der vollelektronische Durchlauferhitzer verbindet energiesparendeTechnik mit hohem Komfort. Ein Tastendruck genügt und das Wasser hat die richtige Temperatur. Foto: CLAGE
Durchlauferhitzer erhitzen das Wasser unmittelbar während des Durchströmens, so dass Wärmeverluste gar nicht erst auftreten. Dies geschieht für den Nutzer selbstverständlich automatisch: Warmwasserhahn öffnen und das warme Wasser fließt. Strom wird nur während der Warmwasserentnahme verbraucht. Bei sinnvoller Installation in unmittelbarer Nähe der Entnahmestellen steht das warme Wasser unmittelbar zur Verfügung. Trinkwasser und Zeitverluste gibt es nicht. Technisch unterscheidet man zwischen den herkömmlichen „hydraulisch gesteuerten“ und den modernen „elektronisch geregelten“ Durchlauferhitzern. Hydraulische Durchlauferhitzer schalten bei Überschreiten eines erforderlichen Wasserfließdruckes immer die volle bzw. die per Schalter auf einen Teil begrenzte Heizleistung ein. Bei Wasserdruckschwankungen kommt es zwangsläufig zu Temperaturschwankungen, die z. B. beim Duschen zu nicht gewollten „Wechselduschen“ führen. Besser agieren die elektronischen Durchlauferhitzer, die mit neuester Mikroprozessor-Technologie ausgestattet sind. In Abhängigkeit von Sollwert, Durchflussmenge und Zulauftemperatur regelt die Elektronik ständig die Heizleistung, um die Auslauftemperatur unter allen Bedingungen konstant zu halten. Druckschwankungen im Wassernetz und wechselnde Einlauftemperaturen werden automatisch und unmittelbar ausgeglichen. Der Nutzer gibt an einem übersichtlichen Display seine Wunschtemperatur ein, den Rest übernimmt der Durchlauferhitzer.
Bedarfsgerechte Wassererwärmung
Das Wasser wird in vielen Haushalten von Speichern auf hohe Temperaturen über 65 °C erhitzt. Tatsächlich wird warmes Wasser jedoch nur in wesentlich niedrigeren Nutztemperaturen verwendet. Diese Nutztemperaturen sind von Zapfstelle zu Zapfstelle unterschiedlich. Deshalb ist es effizienter, das Wasser mit elektronischen Durchlauferhitzern nur auf die Temperatur zu erhitzen, die an der jeweiligen Zapfstelle benötigt wird.Nach wie vor hält sich die landläufige Meinung, dass im Haushalt Nutztemperaturen von 60 °C und mehr notwendig seien. Bei zentralen Speichern mag das notwendig sein, um maximalen Komfort durch hohe Mischwassermengen zu ermöglichen. Das heiße Wasser wird dann an der Entnahmearmatur wieder auf ein erträgliches Maß heruntergemischt. Nicht selten schreckt man dann an unangenehm heißem Wasser zurück und muss erst eine Weile die richtige Temperatur einmischen. Moderne Armaturen und Handbrausen sind übrigens häufig mit Durchflussmengenbegrenzern ausgestattet, die den Wasserdurchfluss sparsam reduzieren und trotzdem einen angenehmen Wasserstrahl bieten. Dann kommt die hohe Mischwassermenge ohnehin nicht zur Geltung. Betrachtet man also den Nutzbedarf genauer, stellt man fest, dass zum Waschen und Duschen eine Warmwassermenge von acht bis zehn Litern pro Minute in einer Temperatur von etwa 38 °C genau richtig ist. Also warum erst auf 60 °C aufheizen, um dann die Energie wieder beim Heruntermischen auf 38 °C zu vernichten? Der umweltbewusste Nutzer wählt daher seine Lieblingstemperatur am Durchlauferhitzer und öffnet nur noch den rotmarkierten Warmwasserhahn, um sofort das richtig temperierte Wasser zu genießen. Programmtasten und Digitalanzeige erleichtern die gradgenaue Eingabe, die selbstverständlich individuell vorzunehmen ist. Es ist darauf hinzuweisen, dass keinesfalls vor jedem Gebrauch das Tastenbedienfeld benutzt werden muss. Einmal individuell eingestellt, verrichtet der Durchlauferhitzer immer automatisch seinen Dienst, kann aber jederzeit im Sollwert verändert werden. Da Durchlauferhitzer kein Wasser bevorraten müssen, fallen die Geräteabmessungen sehr gering aus. Zudem haben die Hersteller viel investiert, um das Design attraktiv zu gestalten. Die Geräte können aber auch z. B. in einem Badmöbel versteckt installiert werden oder zwei nebeneinanderliegende Räume versorgen. Dann ermöglichen Fernbedienungsmodule die Einstellung des Durchlauferhitzers direkt an der Zapfstelle. Einige elektronische Durchlauferhitzer eignen sich sogar zur Nacherwärmung innerhalb von Solaranlagen – das Optimum in Sachen umweltfreundliche Warmwasserbereitung. Bis zu 65 Prozent des Warmwasserbedarfes können in der Praxis von richtig dimensionierten Solaranlagen bereitgestellt werden. Der Nachheizenergiebedarf durch den Durchlauferhitzer ist entsprechend niedrig. Die Wassertemperatur wird, falls überhaupt erforderlich, nur um die geringe Differenz zwischen der höheren Einlauf- und der gewünschten Auslauftemperatur erwärmt. Individuelle Durchlauferhitzer für Küchenspüle und Gäste-WC Neben der Badversorgung sind Küchenspüle und Gäste-WC die weiteren Zapfstellen im Haushalt, die mit einem individuellen Durchlauferhitzer ausgestattet werden können. Auch hier zahlen sich die Vorteile des Durchlauferhitzer-Prinzips aus: Die kleine Bauform stört nicht die Optik des meist kleinen Handwaschbeckens im Gäste-WC oder lässt ausreichend Stauraum frei unter der Küchenspüle für die heutzutage üblichen Mülltrennungssysteme. Die Durchlauferhitzer sind immer bereit, warmes Wasser auf Anforderung zu liefern – egal wie lange. Sie verbrauchen aber nur die Energie, die für die Nutzmenge erforderlich ist. Wärmeverluste treten somit praktisch nicht auf. Daher und wegen der mit unter 1.000 Euro geringen Anlagekosten für die drei möglichen Durchlauferhitzer in einem Haushalt ist die dezentrale Warmwasserbereitung im Vergleich zu anderen Systemlösungen sehr günstig. Wichtig ist die richtige Dimensionierung der Durchlauferhitzer. Grundsätzlich gilt: je höher die Anschlussleistung, desto größer ist die Durchflussmenge warmen Wassers. Zur Versorgung eines Handwaschbeckens genügt bereits ein steckerfertiges 3,5-kW-Gerät. Für die Küchenspüle mit einem normalen Bedarf von fünf Litern pro Minute in 45 °C ist eine Anschlussleistung von 13 kW die ideale Wahl. Im Bad dagegen sollte die maximale Heizleistung von 24 kW oder 27 kW/400 V gewählt werden. In jedem Fall sind die Betriebskosten so gering wie eben möglich, denn nur die wirklich benötigte Nutzenergie muss bezahlt werden – Wärmeverluste und damit Energieverluste werden vermieden.











